| Stuttgart - Folgender Artikel erschien in der Gala Zeitung und berichtet über ihr Leben und der plötzliche Desperate Housewives - Erfolg. Teri Hatcher ist seit "Desperate Housewives" begehrt wie nie. Aber den Mann fürs Leben hat sie noch nicht gefunden. Viel ist es nicht, was Teri Hatcher von ihrer "Desperate Housewives"-Figur Susan Meyer unterscheidet. Beide sind romantisch und ein wenig tollpatschig. Beide ziehen ihre Tochter nach der Scheidung allein groß. Beide wohnen in einem schmucken Haus. Nur eins ist anders: Susan, die Frau aus der TV-Kultserie, ist glücklich verliebt. In einen kernigen Klempner. Bei Teri Hatcher repariert der Handwerker nur den Küchenabfluss, um Herzensangelegenheiten kümmert er sich nicht. Weder er noch ein anderer. Und genau das lässt die 40-Jährige langsam verzweifeln. "Es gibt keinen Mann in meinem Leben!", klagte Teri kürzlich in einer Drehpause der "Desperate Housewives" in Los Angeles einem Reporter ihr Leid. "Mir geht es wie jeder anderen Singlefrau auch: Ich habe Schwierigkeiten, den Richtigen zu finden. Auch mir rennen Männer nicht die Bude ein." Irgendwann drückt so was dann aufs Selbstvertrauen. Wie aber konnte es überhaupt so weit kommen? Die Frau, der durch ihre Rolle als Hausfrau Susan ein eindrucksvolles Hollywoodcomeback gelang, hat alles, wovon Männer träumen. Sie ist unglaublich attraktiv, beherrscht ein bezauberndes Lächeln, sie liebt es, als Stressausgleich zu backen und zu kochen und sie ist eine fürsorgende Mutter. Außerdem flattern ihr, seit der Erfolg sie verwöhnt, stapelweise exklusive Einladungen ins Haus: Premieren, Empfänge, Preisverleihungen. Alles ideale Gelegenheiten, um spannende Menschen kennen zu lernen. Doch bisher testete sie das glamouröse Societyparkett erfolglos als Kontaktbörse. Und bodenständigere Möglichkeiten verwirft sie sowieso gleich. "In Bars oder ins Fitnessstudio gehe ich nicht, das bin ich einfach nicht. Entweder lerne ich Leute also bei der Arbeit kennen, oder Freunde organisieren Blind Dates", schildert sie ihre Situation. "Blöd nur, dass ich jeden Tag mit den gleichen Kollegen arbeite. Außerdem sind die meisten von ihnen verheiratet." Das war Teri Hatcher auch schon. Zweimal sogar. Das erste Jawort hauchte sie mit 22. Drei Wochen nach dem Kennenlernen heiratete sie den Personal Trainer Markus Leithold am Strand von Malibu. Nur zehn Monate später trennten sich die beiden. "Wir waren verrückt nacheinander", erklärt die Schauspielerin diesen spontanen Schritt, "aber es war alles vorbei, bevor wir überhaupt die Hochzeitsfotos entwickelt hatten." Ehe Nummer zwei hielt länger. Neun Jahre waren Teri Hatcher und ihr Kollege Jon Tenney nach der Trauung 1994 zusammen. Im November 1997 wurde Tochter Emerson Rose geboren, 2003 reichte Teri die Scheidung ein. Wegen "unüberwindbarer Differenzen". Mit der Lust aufs Eheleben verging ihr auch die Lust auf Männer. "Es ist so lange her, dass ich Sex hatte - ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern", erzählte sie noch Anfang dieses Jahres offen in diversen Interviews und zog dann einen ungewöhnlichen Vergleich: "Ich habe sogar schon mal darüber nachgedacht, einen Callboy zu buchen. Das wäre doch wie beim Teppichreinigungsdienst. Man fühlt sich sicher, wenn man sagen kann: 'Du schrubbst jetzt diesen Fleck weg, sonst gibt es keine Kohle!'" Den akuten Sexmangel konnte sie dann doch auf andere Weise kurieren. Denn mit dem anhaltenden "Desperate Housewives"-Erfolg kehrte ihr Selbstvertrauen endlich zurück. So schmückte sie nicht nur die Titelbilder mehrerer glamouröser Magazine, sondern erweckte plötzlich auch das gesteigerte Interesse potenzieller Verehrer. Einer Affäre mit Bryan Burk, Produzent des TV-Hits "Lost", folgte ein Techtelmechtel mit Schauspielkollege David Spade sowie eins mit dem Modefotografen Jim Macari. "Ich lebe meine Jugend eben spät", kommentierte der Serienstar den Liebesreigen. "Als ich jung war, habe ich viel gearbeitet, dann war ich fast zehn Jahre verheiratet, und jetzt genieße ich es, das Versäumte nachzuholen." Rasant, wie sie nun mal ist, vernaschte sie den einen oder anderen Kerl in ihrem alten VW-Bus vor ihrem Haus in Los Angeles. Zum einen, weil ihre wissbegierige Tochter schließlich nicht alles mitkriegen soll. Zum anderen aber auch, weil Teri es "heiß und sexy" findet, "mit einem Typen in meinem 78-er-Van zur Sache zu kommen". Befriedigend ist dieses Leben allerdings nur physisch. Teri Hatchers Psyche sehnt sich nach der großen Liebe. "Ich merke mehr und mehr, dass ich zu alt bin, um einfach nur Sex zu haben", gab sie jetzt zu. "Natürlich will ich Sex haben. Aber mit jemandem, der mich wirklich liebt." Paradox an der ganzen Sache ist, dass sie selbst nur zu gut weiß, warum es in der Liebe nicht so recht funktioniert. "Ich bin sehr schüchtern und ich arbeite sehr viel", analysierte sie in einem Interview mit dem Magazin "Harper's Bazaar" ihr Dating-Dilemma. Hinzu kommt: Sie ist immer noch nicht vollends über die Nachwehen von Ehe Nummer zwei hinweg. "Eine Scheidung ist nicht einfach. So schmerzhaft eine unglückliche Ehe auch ist - es tut mindestens fünfmal so weh, da wieder rauszukommen." Aus Angst, ein neuer Partner könnte ihr Herz wieder brechen, stürzt sie sich derzeit lieber in die Arbeit statt in amouröse Abenteuer. "Mein Job und meine Tochter haben für mich die höchste Priorität", lautet Teri Hatchers Motto. Ein Leitsatz, mit dem sie allerdings nicht durchweg zufrieden ist. "Neulich war Emerson am Wochenende bei ihrem Vater. Ich saß also am Samstagabend allein auf der Couch und dachte, es wäre schön, jemanden zu haben, der mich zum Dinner ausführt." Wie dieser Jemand sein müsste? "Ich weiß genau, wie er nicht sein sollte. Also denke ich, werde ich da keinen Fehler machen. Den falschen Typen suche ich mir bestimmt nicht aus. Eher suche ich mir gar keinen aus." In dieser Hinsicht kommt Teri auch ihre Lebenserfahrung zugute. "Je älter man wird, desto besser weiß man, was gut für einen selbst ist", versichert sie. "Ich bin froh, dass ich kurz vor meinem 40. Geburtstag eine zweite Chance bekam. Ich fühle mich großartig da, wo ich jetzt bin." Zu schade, dass diese positive Einstellung vom unerfüllten Liebesleben getrübt wird. "Ich frage mich nicht ständig, wann ich endlich einen Freund finde", sagt sie, "aber ganz immun gegen diesen Gedanken bin ich auch nicht." Für ihre Samstagabende als Single hat Teri Hatcher jedenfalls mittlerweile eine gute Strategie gegen den Männerfrust entwickelt. "Immer, wenn diese kitschigen Liebesfilme im Fernsehen laufen und ich mir dabei klar machen muss, wie einsam ich bin, schalte ich schnell um und gucke einen Horrorfilm." Vielleicht sitzt ja bald ein schrecklich netter Mann neben ihr und nimmt sie schützend in die Arme. [Quelle: GALA / Stefanie Böhm] |